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Schickes Design und leckerer Wein

Schickes Design und leckerer Wein

Müller Thurgau, diese Rebsorte war eigentlich nie so richtig auf meinem Radarschirm. Irgendwie hatte ich dabei die Erinnerung an Massenware und eher dünne Plörre der 70er, 80er Jahre. Dann bin ich in den Luxemburg-Krimis von Tom Hillenbrand indirekt auf den Müller Thurgau gestoßen. Hillenbrands Protagonist. der Luxemburger Koch Xavier Kieffer, geniesst mit Vorliebe Rivaner. Und Rivaner ist eben – siehe unten – ein anderer Name für Müller Thurgau.

Dass man mit dieser Rebsorte auch vernünftigen Wein machen kann, beweist der fränkische Winzer Christian Stahl mit seinem 2014er „Hasennest“ Müller Thurgau aus der (mittleren) Qualitätslinie, die er Damaszener Stahl nennt. Er schreibt auf seiner Webseite:

Der Müller Thurgau ist inzwischen unsere wichtigste Rebsorte. Mit niedrigen Erträgen (weniger als 50hl/ha) zeigt er auf dem felsigen Muschelkalkboden des Taubertals eine Filigranität, Mineralität und rieslingähnliche Aromatik von reifen Pfirsichen und Aprikosen. Stuart Pigott zum Thema Filigranität: ‚Lieber Nadja Auermann als Dolly Buster!‘

via Weine – Winzerhof Stahl.

Der Wein ist ein leckerer Früchtemix und läuft elegant die Kehle herunter. Dabei sicher kein platter Saufwein, sondern durchaus mit Finesse und angenehmen Apricot-Geschmäckle begleitet von einem Hauch Muskatnuss. Oder bilde ich mir die Nuss nur ein? Der Wein hat mich voll und ganz überzeugt. Er hat allerdings auch seinen Preis mit € 10,01.

Christian Stahl ist – so meine Recherchen – vor allem mit diesem Wein und durch Stuart Pigott bekannt geworden, was seinen Erfolg beflügelt hat. Der „Hasennest“ ist wohl so etwas wie die Visitenkarte des Hauses. Mich hat der 2014er Jahrgang überzeugt. Gerne wieder, durchaus auch als Solist und nicht nur zum Essen.

Christian Stahl bietet übrigens Probierpakete an, was ich bei jedem Winzer begrüße. So kann man sich einen guten Überblick des Portfolios antrinken.

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Hier noch etwas Nachhilfe zum Müller Thurgau bzw. Rivaner:

‘Müller-Thurgau’ ist eine Weißweinsorte, die heute aus Rechts- und Marketinggründen auch ‘Rivaner’ genannt wird. Sie wurde 1882 vom Schweizer Rebforscher Hermann Müller aus dem Schweizer Kanton Thurgau an der Forschungsanstalt Geisenheim im Rheingau gezüchtet. Müller-Thurgau ist mit 42.000 ha Anbaufläche weltweit die erfolgreichste Neuzüchtung. …

Die Sorte ‘Müller-Thurgau’ stellt an Klima und Bodenbeschaffenheit relativ geringe Ansprüche. Die Reben reifen recht früh und bringen gute Erträge. … Obwohl sich aus ‘Müller-Thurgau’ hervorragende Weine keltern lassen, hat die Sorte heute beim Publikum häufig einen schlechten Ruf, weil sie aufgrund des erzielbaren hohen Ertrags allzu oft für minderwertige Massenweine missbraucht wird.

Trocken und halbtrocken ausgebaut, wird die Sorte heute häufig als „‘Rivaner’“ bezeichnet, nach den ursprünglich angegebenen Elternreben ‘Riesling’ und ‘Silvaner’. Aufgrund gentechnischer Untersuchungen stellte sich 1999 heraus, dass es sich tatsächlich jedoch um eine Kreuzung der Sorten ‘Riesling’ (Mutter) und ‘Madeleine Royale’ (Vater) handelt.

via Müller-Thurgau – Wikipedia.

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