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Ein interessanter Gastbeitrag von Manfred Klimek auf Würtz-Wein zum Thema Weinjournalismus mit Blick nach links und rechts in den anderen Journalismus:

Doch ich will jetzt nicht auf Themen und ihre Findung eingehen, sondern auf den Zugang, der oft brav und bieder wirkt. Und selten kontrovers oder anstößig. Bei den meisten Weinzeitschriften tragen Titel und Vorspann schon das Virus der Schlafkrankheit in sich. Und dann erst die Intros? Fatal, was da zusammengestoppelt ohnmächtig nach vorne fällt. Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich, möchte man meist rufen. Und auch, dass die Weinwelt (nicht nur die von Meininger) an die echte Welt andocken muss, im Hier und Jetzt geerdet. Und dass ich jedes Heft mit einem Portwein-Zigarrenartikel in die Ecke schleudere. Mein Gott, ist das öde, dieses anzeigenhörige Fegefeuer der Wohlbestallten. So öde, wie die Hölle der Winepunks. Von solchen darf es nur einen geben (und gibt es auch nur einen).

Eine Prognose? Ende des Jahres 2015 wird es drei Genusszeitschriften in Deutschland geben. Ein Titel wird verkauft oder eingestellt sein. Von den drei verbleibenden Titeln (ich rede nicht von den Nischenprodukten) werden zwei hart um ihr Überleben kämpfen. Und der dritte auf ihr Ende warten. Dann gehört ihm der Markt alleine. Onliner und Blogger werden weiter, wie auch die Zeitschriften, nur Einfluss auf eine klitzekleine Avantgarde haben. Das reicht aber, denn führende Handelshäuser werden versuchen, jene Onliner und Blogger zu kaufen, die sich als Propagandisten bewährt haben. Dabei muss es gar nicht um Einfluss auf den Inhalt gehen. Wer das glaubt, denkt viel zu simpel.

via Vor der Krise ist nach der Krise ist in der Krise | Würtz-Wein.

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