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Hans Arp Museum in Remagen .... sehenswert, hier eine Installation

Hans Arp Museum in Remagen …. sehenswert, hier eine Installation

Über die Romane von Carsten Sebastian Henn bin ich vor einer Weile auf die Ahr, ihre Weine und kulinarischen Möglichkeiten aufmerksam geworden. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass diese Gegend für mich davor eher ein weisser Fleck war. Rheingau, Rheinhessen, Bergstrasse und Pfalz liegen geographisch halt näher. Nun waren wir am vergangenen Woche wie schon angekündigt endlich dort. Über Remagen und das dortige Hans-Arp-Museum ging es am Freitag zu unserem Quartier, den Eifelstuben in Ahrweiler.

In den Weinbergen bei Ahrweiler mit Blick auf die A61.

In den Weinbergen bei Ahrweiler mit Blick auf die A61.

Ich will hier nicht chronologisch die Reise darstellen, jedoch auf einige High- und nicht so „high“ Lights der reise eingehen. Gegessen haben wir am Freitag im Restaurant Prümer Gang in Ahrweiler. Ich hatte das Menü des Monats in der 3-Gang-Variation mit Melone-Papayasalat mit Wakame und gebratener Jakobsmuschel, Kalbsfiletmedaillon, dazu Pfifferlinge und Rösti und der Pflaumentarte. Höhepunkt des  Menüs waren für mich die Jakobsmuscheln, die anderen Gänge waren gut bis sehr gut, aber nicht „outstanding“. Dazu getrunken habe ich „offene Weine“, vom Riesling bis zum Spätburgunder (und habe natürlich bewusst Ahrweine gewählt). Am Samstag ging es dann in das Hohenzollern über den Dächern von Ahrweiler. Dort bin ich weintechnisch nach dem gleichen Prinzip verfahren, hatte Schwertfisch und Eifel-Reh zum essen. Der Fisch war mir etwas zu geschmacklos, das Reh sehr gut.

Einer der Hauptgänge im Hohenzollern war leider etwas versalzen und dier Reaktion des Obers leider etwas spärlich … Ein besonderes „Problem“ waren die 0,2l Weine, die in einer Minikaraffe serviert wurden. Das hatte bei den Weissweinen den Effekt, dass der Wein zu schnell warm wurde. Dort also besser 0,1l bestellen. Oder aber ein Patent entwickeln, wie man die Karaffe kalt hält. Fazit: Zwei Restaurants der gehobenen Klasse, gut bis sehr gut, aber aus den Schuhen gehauen haben sie mich nicht. Aber das ist nun Jammern auf hohem Niveau. Beim nächsten (schon geplanten) Besuch werden wir vielleicht die etwas einfacheren Restaurants ansteuern.

Über Kloster Marienthal in den Weinbergen

Über Kloster Marienthal in den Weinbergen

Beim Thema Wein einkaufen habe ich mich etwas beschieden, da der Keller gerade voll ist und ein neuerlicher Besuch ansteht. Wir haben die Winzergenossenschaft Dagernova in Dernau besucht. Auf deren Weissburgunder war ich über die Frankfurter Allgemeine gestossen und die Genossen bieten auch Führungen in die heimischen Weinberge mit anschliessender Verkostung an. So sind wir am Samstag um 11 Uhr zwei Stunden von Herrn Kosten unter dem Motto „Vom Schiefer geprägt vom Winzer gepflegt“ durch die Weinberg geführt worden mit anschließender 3er Weinprobe. Die Führung findet wohl jeden Samstag statt. Diese Führung war landschaftlich und informativ wunderschön und auch die 3 verkosteten Weine gefielen. Ich habe mir den 2012 Ahr Weißburgunder Qualitätswein trocken, den 2012 Ahr Portugieser Blanc de Noir Qualitätswein feinherb und den 2011 Ahr Spätburgunder Qualitätswein trocken in den Keller gelegt. Beim Blanc de Noirs, den ich unterdessen gerade von der Ahr schätze, haben die Damen für den Portugieser plädiert. Ich hätte den Blanc de Noir Spätburgunder gewählt. Die Weine liegen zwischen € 7 und € 8 die Flasche.

Die Weinreben im August bei Dernau

Die Weinreben im August bei Dernau

Am anderen Tag sind wir dann zum Deutzerhof gefahren, weil ich mir den Saumon de l’Ahr Spätburgunder Rosé in den Keller legen wollte, ganz sicher kein Sommerwein, eher etwas für den Winter und wahrscheinlich ideal zu einem schönen Stück Lachs, gehaltvoll und vollmundig. Bin gespannt, wie er dann „kommen“ wird. Bei den Roten vom Deutzerhof hab ich mich zurückgehalten. Man ruft dort schon sehr ordentliche Preise auf, für mich etwas „over the top“ von dem, was ich für Weine ausgebe. Der Deutzerhof und vergleichbare Weingüter haben wohl ihren Teil dazu beigetragen, dass Ahrweine als teuer gelten. Und ja, ich kenne auch das Argument, dass in Rheinhessen je 100 ha werden dort zur Bewirtschaftung 25 Arbeitskräfte (AK-Einheiten) aufgewendet werden, während es an der Ahr fast drei Mal so viel sind (72 AK-Einheiten). Eine Bemerkung noch zum Gebäude: Das Schlösschen finde ich schon etwas gewöhnungsbedürftig mit dem Wintergarten, aber über Geschmack kann man ja nicht …

So viel zu Speis und Trank. Noch einige abschliessende Gedanken zum Ahrtal: wunderschöne Landschaft und zu dieser Zeit noch nicht zu überlaufen. Im September/Oktober wird das anders aussehen. Einige Impressionen sieht man ja hier in den Fotos. Schade war es, dass wir am Sonntag Regen hatten. Da wollten wir den Heimersheimer Weinmarkt besuchen. Der Besuch ist leider ins Wasser gefallen, aber wir kommen ja wieder.

Steillagen

Steillagen an der Ahr

P.S. Jetzt macht es auch Spass, die Krimis von Henn nochmals zu lesen, da sich aufgrund der Ortskenntnis die kulinarischen und vinologischen Protagonisten und die Orte ganz neu erschliessen.

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