Schlagwörter

, , , , , , ,


Manchmal schliessen sich Kreise: Am vergangenen Sonntag hat die Frankfurter Allgemeine unter dem Titel Ich war jung und brauchte das Glas einen Weintest veröffentlicht. 180 Flaschen deutscher Winzergenossenschaften wurden von 27 Testern – davon 25 Studenten der Geisenheimer Hochschule – verkostet und die „besten“ Weine der Genossen prämiert. Der Beitrag hat mich neugierig gemacht und so habe ich bei Gourmondo das Paket mit den 6 Siegerweinen der Kategorien Riesling, Silvaner, Weissburgunder, Grauburgunder, Spätburgunder und Rosé bestellt.

Zum einen war ich neugierig, denn den Anspruch nicht am Geschmack der normalen Weingenießer vorbei zu bewerten, fand ich interessant. Und ich wollte meine vielleicht vorhandenen Vorurteile gegen Winzergenossenschaften, bei denen Trauben aus allerlei Lagen „gemixt“ werden, auf den Prüfstand stellen. Zudem weckten zwei der Gewinnerweine mein besonderes Interesse: der 2012 Weißbgrunder der Dagernova Weinmanufaktur von der Ahr und der Grauburgunder der Pfälzer Wachtenburger Winzer von 2012. Die Ahr werde ich im August über ein Wochenende besuchen und Dernau stand eh auf meiner Liste, also eine Art Vorprobe.

Und zu den Wachtenburg Winzern, einem Zusammenschluss von 58 Winzerfamilien aus der Pfalz, habe ich ein persönliches Verhältnis. 2011 war ich mit Bloggern, Studenten und Journalisten auf unserer JamCamp-Bustour in Wachenheim zur Weinprobe und zur Diskussion, was denn Social Media, Change Management und Wein miteinander zu tun haben. Es gab auch eine intensive Diskussion, wie die Wachtenburg Winzer soziale Medien, insbesondere einen Blog, zur Kommunikation und Vermarktung nutzen könnten. Cordelia Krooß, @ShakespDaughter, hatte das damals dankenswerterweise organisiert, ein Team der Genossenschaft, der Wachenheimer Bürgermeister Torsten Bechte sowie Geschäftsführer Albert Kallfelz bewirteten uns damals.

Hier findet Ihr einige Fotos von Frank Hamm, die er auf Flickr gestellt hat.

Wachtenburg Winzergenossenschaft

Und jetzt kann ich es ja zugeben: Die Diskussion war sehr lebendig, das Zusammensein sehr nett, aber die verkosteten Weine hauten mich nicht aus den Socken. Das hat sich jetzt mit dem Grauburgunder trocken – Edition Selektive Lese (€ 7,90 bei Gourmondo, €7,20 direkt bei der Genossenschaft) geändert. Dieser Wein hat uns am Mittwoch abend absolut begeistert. In der Farbe kräftig, fast einen leichten Kupferstich, im Geschmack vollmundig, würzig, ein Mix an Früchten mit Birne dominierend mit einem herrlichen Geruch. Sicherlich eine klasse „Maulvoll Wein“. Die Chancen stehen mehr als gut, dass ich den nachbestelle (sobald der Keller etwas leerer ist).

Zu späterer Stunde haben wir dann noch den Spätburgunder aufgedreht, Irgendwie war uns noch nach einem Schluck Roten und ich war zu faul, in den Keller zu gehen. Und der Erbacher Winzer 2011 Spätburgunder „Barrique“ stand im Regal in der Wohnung. Nun habe ich oft so meine Probleme mit deutschen Rotweinen, insbesondere Spätburgundern. Im Vergleich zu sonnenverwöhnten Italienern, Franzosen oder Spaniern waren und sind sie mir oft zu dünn. Doch siehe da: der Rote der Erbacher Winzer traf aller Geschmack. Kirschrot in der Farbe und diese Frucht dominiert auch den Geschmack. Fruchtig, etwas Gewürznelke, unkompliziert und lecker zu trinken. Auch hier besteht die Gefahr des Nachbestellens. Bei Gourmondo kostet der Spätburgunder € 13,90 ebenso wie bei den Winzern direkt.

Die ersten beiden der 6 Genossenweine haben also überzeugt. Schaun wir mal, was die weiteren so bringen.

Advertisements