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Ich mag ja sehr gerne Bücher, die unterhaltsam informieren und aufklären, historische Romane oder Weinkrimis. Und zu letzterer Kategorie gehört auch Sterben wie Gott in Frankreich von Michael Böckler, ein Weinkrimi, der über Wein in Frankreich aufklären will. Und man bekommt auch einiges mit, was hängen bleibt, vor allem bei jemandem, der sicher kein Kenner französischer Weine ist und ganz sicher nicht der teuren Bordeaux und anderer edelteurer Tropfen. So bin ich aber nach der Lektüre natürlich über die entsprechenden Pressemeldungen gestolpert, dass das Château d′Yquem aus Qualitätsgünden ganz auf den Jahrgang 2012 verzichtet. Besagter edelsüsser Wein spielt im Roman von Böckler eine zentrale Rolle.

Und als dann dieser Tage, eines der Angebote von Wine in Black in meinem Postfach landete, klingelte wieder die Böckler-Klingel:

Chateau Petrus bei Wine in Black

Na ja, noch ein Wein jenseits meiner preislichen Möglichkeiten, aber wie geschrieben, man wird einfach aufmerksam auf Meldungen, wenn man den Roman von Böckler gelesen hat.

Der Weinkrimi ist auch ein Reise- und Weinführer. Im Anhang (Supplément) des Buches werden die Regionen mir Hotels, Restaurants, Weinen und … Golfplätzen vorgestellt. Und da kommt auch das Geschmäckle auf, das auch durch die Weinbruderschaft Chevaliers de Grand Crus, die im Roman eine wichtige Rolle spielen, verstärkt wird: Teure Bordeaux-Weine jenseits der Vorstellungskraft von Otto Normalweintrinker, dicke Cohibas, die in bruderschaftlicher Amigo-Runde gequalmt werden, Abschlagen auf exklusiven Golfplätzen. Und daraus folgt: Wein in Frankreich ist nur was für oberen Zehntausend. Natürlich Schmarrn, denn es gibt – obwohl mir gute französische Weine in der Regel teurer vorkommen – auch bezahlbare französische Tröpfchen, zu denen man keine dicke „Zigga“ rauchen muss. (Und ich bleibe – so mein Knöchel es mitmacht – auch noch weg vom Golf und beim Tennis.)

Zurück zum Buch: Beim Lesen findet man immer in der Seitenleiste Hinweise auf Wein, Restaurants, Regionen und mehr. Böckler will – so sein Vorwort – eine systematische Einführung in französischen Wein schreiben. Und das versucht er konsequent durchzuziehen. Das Buch ist bei aller Gelehrsamkeit unterhaltsam, die handelnden Gestalten sind farbig, der handelnde Detektiv, Psychologe und Weinkenner Hippolyt Hermanus mir etwas zu sehr Supermann, aber alles in allem eine unterhaltsame Lektüre und ein Nachschlagewerk, in dem man immer wieder mal blättern kann.

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