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Nun hab ich ihn also gelesen, den Weinkrimi Sein letzter Burgunder, Untertitel Mord am Kaiserstuhl von Paul Grote. Und natürlich ist ein Effekt wieder da, den ich schon nach den Büchern von Carsten Sebastian Henn hatte: Ich muss einige Winzer und Weine kennenlernen und probieren. Nach dem lesen stellt sich mir daneben die Frage, ob ich einen amüsanten Krimi gelesen habe, der zufällig in der Weinszene handelt, oder aber ein lehrreiches, witzig geschriebenes Weiterbildungswerk zum Thema Wein, dass sich zwecks unterhaltsamer Wissensvermittlung als Krimi tarnt.

Für mich eher letzteres, aber es ist auch vollkommen egal. Ich habe das Buch mit Genuss gelesen und hoffentlich wieder etwas Viertelwissen zu meinem meinen dürftigen Halbwissen rund um Wein hinzugefügt. Ich bin ein Freund des Story Tellings, von Geschichten erzählen und warum dabei nicht weiterbilden. Gilt natürlich nicht nur für das Thema Wein.

Grotes Buch ist ein Appell für deutschen Wein, besonders den rund um den Kaiserstuhl. Über seinen „Hauptdarsteller“, den Weinjournalisten Henry Meyenbecker, plädiert Grote für deutsche Burgunder, Weiss-, Grau- und Spätburgunder. Und wieder packt mich ein schlechtes Gewissen, denn als Banause mag ich zwar deutsche Weiss- und Grauburgunder (und kämpfe weiter mit „säurigen“ Rieslings, deshalb auch ein Selbstversuch), habe aber immer noch meine Probleme mit deutschen Rotweinen, die mir oft zu dünne sind. Da fehlt mir manchmal die Sonne und das Holzfass, die ich bei italienischen und spanischen Weine schmecke … Henry Meyenbecker und viele andere Experten widersprechen mir natürlich vehement und auch hier bin ich zumindest lernwillig.

Im Krimi werden viele namhafte deutsche Weingüter vorgestellt, von Salwey bis Johner. Man kann sich also durchaus den ein oder anderen Tipp fürs reale Verkosten holen. Interessant auch die Schilderung der Baden-Badener Wine Challenge, die Weinverlagsszene, des Getues um die „Hohepriesters des Weins“ und Sterne dieser Welt. Ein Schelm, wer Parallelen zur Realität dabei denkt … Mir gefällt dieses „Drumherum“ besser als die eigentliche kriminalistische Handlung, die mir etwas sehr italienisch vorkommt.

Resumé: Für jemanden, der sich für Wein – gerade auch in Deutschland interessiert – eine sehr amüsante Lektüre. Denke mal, sowohl Insider wie auch Laien oder Halblaien haben ihren Spass beim Lesen. Und man kommt auch auf eine gute Liste von Weingütern, deren Burgunder von weiss bis rot man verkosten sollte.

Ich komme auf mindestens 15 Weingüter …. ohne Gewähr auf Vollständigkeit:

Einfach ergänzen, falls ich ein Weingut übersehen habe. Und Kommentare & Empfehlungen zu den Weinen sind mehr als willkommen.

 

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