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Zu Riesling habe ich eine etwas schwierige Beziehung. In vielen Fällen war er mir zu säurehaltig und etwas flach. Aber ich versuche ja lernfähig zur bleiben (und suche gerne Gründe, neue Weine zu probieren). Und so habe ich mir die Tage die folgenden Rieslinge (oder wie heisst die Mehrzahl?) in den Keller gelegt. Quasi, ein mutiger Akt, denn mit den deutschen Rieslingen habe ich aufgrund ihrer Säure – die von anderen beispielsweise als „knackig“ gerade geschätzt wird – so meine Probleme. Oft dominiert mir diese Säure und für mich auch beim Weisswein notwendige „Mindesttiefe“ fehlt. Nicht umsonst tendiere ich oft zu Grau- und Weissburgunder, Gavi oder gar Chardonnay. Aber wie gesagt, so ist mein Geschmack und ich neige zu Selbstversuchen mit offenem Ausgang.

  • Van Volxem Saar Riesling 2011, ein Weiswein, der mit Superlativen gelobt wird: „Bester Weißwein der Welt“, Platz 1 Weinwirtschaft Blindverkostung JG 2011 (92 Punkte), der beste Riesling Deutschlands in der Zehn Euro Klasse (Preis: € 11,40 bei vicampo). Wir haben gestern eine Flasche zum Lachs auf Gemüse augezogen. Restlos begeistert bin ich nicht, ein frischer, fruchtiger Riesling, aber vielleicht eher ein Sommerwein? Derzeit 3,5 von 5 Punkten, aber es sind noch zwei Flaschen im Keller, um dieses Urteil zu validieren.
  • Den Saar Riesling trocken 2011 von Reverchon. Er wird auf Vicampo als »Van Volxems kleiner Bruder« bezeichnet. Bei Vicampo kostet er € 6,90. Desöfteren wurde Reverchon in Artikeln und Blogs erwähnt, also ein Versuch wert und ein interessanter Saar-Vergleich. Blassgelb rinnt er ins Glas, ein fruchtiger Geruch von Zitrusfrüchten strömt einem beim Schnüffeln entgegen. Ich schmecke Limone und Grapefruit, vielleicht etwas grünen Apfel. Deutlich ist eine Säure zu schmecken, gerade auch beim Abgang. Der Wein wirkt frisch mit einem leichten mineralischen Geschmack. Im Laufe des Verkostens gewöhnt und gefällt dann auch diese Frische. Nach meinem Gefühl geschmacklich ist er etwas flacher als der Van Volxem. Deshalb würde ich derzeit nur 3 von 5 Punkten geben. Wieder warten 2 weitere Flaschen …
  • Aus dem Rheingau kommt der Hölle Riesling Kabinett trocken 2010 von Schloss Schönborn. Zu dieser Lage schreibt Michael Liebert: „Es ist eine der ganze alten Lagen in Hochheim, ein nach Süden ausgerichteter, zum Main abfallender Hang mit einer sehr speziellen Bodenstruktur, dem Tonmergel. Diese Gemisch aus feinem Ton und Kalk wirkt auf die Riesling-Reben wie ein mineralischer Powerdrink.“ Ich bin gespannt. Hier eine Beschreibung des Weinguts im Blog von Belvini. Bei Vicampo habe ich ihn in einer Sonderaktion für € 8,25 gekauft. „Normalerweise“ kostet er dort wohl € 12,50. [Der Vollständigkeit halber muss erwähnt werden, dass schloss Schönborn aktuell mit einem Skandal in den Gazetten war, aber ich werde unvoreingenommen an den Riesling herangehen.]
  • Von Battenfeld Spanier aus Rheinhessen kommt der Riesling Eisbach trocken 2011, der nächste Riesling im Bunde: „Wie ein Eisbach an einem heißen Tag in den Bergen: frische Kräuter, blumige Nuancen und eine interessante Steinwürze“, so wird der Wein auf Vicampo beschrieben. Dort kostet er € 11,50. Und hier eine Beschreibung des Weinguts bei Belvini.
  • Aufnehmen will ich in den Vergleich noch meinen Lieblingsriesling Deidesheimer Herrgottsacker Riesling“P“ Spätlese von Ernst Weisbrodt aus der Pfalz. Die Weisbrodts habe ich 2009 kennen und schätzen gelernt. Der ‚P‘ von 2010 hat mich begeistert. Ich muss jetzt mal endlich den 2011er probieren. Ab Hof kostet er € 15,90. Den 2010er habe ich mit 5 von 5 Punkten bewertet und bin natürlich jetzt sehr auf den 2011er Jahrgang gespannt.
  • Spontan'es EtikettKürzlich verkostet haben wir den 2011er Lubentiushof ‚Spontan‘ Riesling trocken von der Mosel, den ich über Wine in black für € 9,50 bezogen habe. Trotz des coolen Designs des Etiketts hat er mich nicht voll überzeugt. Ich würde ihm 3 von 5 Punkten geben.
  • Beeindruckt war ich dagegen von der 2010er Ankermühle ‚Gabriel‘ Riesling trocken aus dem Rheingau. Besonders gefallen hat mir der cremige-würzige Abgang des frischen, fruchtigen Weissweins, deshalb 4 von 5 Punkten. Ich muss mir nochmal ein Fläschchen zur Bestätigung bestellen. Bezogen habe ich ihn bei Wine in black für € 7,80. (Gerade habe ich festgestellt, dass Vicampo ihn für € 6,80 anbietet, vergleichen kann sich also lohnen.) Lesenswert zur Ankermühle der Beitrag von Captain Cork unter dem Titel New Rheingau: Wirf Anker!.
  • In sehr guter Erinnerung habe ich auch den Riesling trocken 2011 von Winter aus Rheinhessen, den mir mein Freund Leen vor einigen Monaten kredenzt hat. Für einen Preis € 7,90 erhält man einen runden, ausgewogenen Riesling, der mich ein bisschen an den ‚P‘ erinnert. Es ist schon eine Weile her, dass ich ihn getrunken habe. Trotzdem sind mir 4 von 5 Punkten auf Zunge und Nase in Erinnerung. Habe den Riesling von Winter jetzt auch bei Vicampo entdeckt.

Tja, noch müssen einige Tropfen probiert werden, aber als Fussball-Fan trotzdem die derzeitige Tabelle nach wenigen „Spieltagen“:

  • 5 Punkte – Ernst Weisbrodt Deidesheimer Herrgottsacker Riesling“P“ Spätlese 2010 (Pfalz)
  • 4 Punkte – Ankermühle ‚Gabriel‘ Riesling trocken 2010 (Rheingau)
  • 4 Punkte – Winter Riesling trocken 2011 (Rheinhessen)
  • 3,5 Punkte – Van Volxem Saar Riesling 2011 (Saar)
  • 3 Punkte – Lubentiushof ‚Spontan‘ Riesling 2011 (Mosel)
  • 3 Punkte – Reverchon Saar Riesling trocken 2011 (Saar)
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