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In den vergangenen Monaten habe ich mich intensiver mit dem Thema Wein auseinandergesetzt und dabei auch über verschiedene Onlinehändler Wein bestellt. Hier im Block werde ich in loser Reihenfolge meine persönlichen Eindrücke dokumentieren. Das reicht vom Sortiment des Händlers bis zu seinem Markenauftritt und seiner Werbung. Alle Händler informieren per E-Mail Newsletter, den man abonnieren muss. Und natürlich gibt es auch noch mehr oder weniger umfangreiche Kataloge und … Post (und damit meine ich Briefpost). Da kommt nicht nur der Kunde, sondern auch der Marketier und Social Media-Enthusiast halt durch.

Fast alle Händler lassen ihre Weine von den Kunden online bewerten. Das ist schon einmal eine Hilfe und gibt Orientierung. Inwiefern die diversen Punkte und „Parkers“ oder auch die Medaillen hilfreich sind, lasse ich mal dahingestellt. Oft habe ich den Eindruck habe, dass jeder Wein prämiert ist. Einige Anbieter versuchen sich in Blogs und arbeiten mit Weinbesprechungen. Überzeugt hat mich die dort publizierten Beiträge noch nicht. Nur ein Anbieter – Ronaldi – hat nach meiner Wahrnehmung mit einem externen Blogger und Weintester zusammengearbeitet. Dazu gleich mehr.

Die gerade erwähnten Bewertungen, die Kunden auf der Seite der Onlinehändler abgeben, sind wichtig. Und wer dem nicht traut, für den gibt es unterdessen Plattformen wie 13 Grad, auf denen Kunden und auch erfahrenere Weinkenner ihre Meinung und Punkte kund tun. Das finde ich begrüssenswert und ich mache da auch hier und da mit. Jedoch fehlt mir dort noch die Übersichtlichkeit und der elegante einfache Zugang zu Weinen. Die Auflistung der aktuellen Besprechungen und Bewertungen ist für mich ein suboptimaler Einstieg. Da gibt es Optimierungsbedarf und -möglichkeiten: die 10 am besten bewertesten Rotweine unter € 20, die besten bewertesten Rieslinge oder auch die ausführliche Besprechung des Tages von einem Experten. Weil mir dieser Einstieg fehlt, ist 13 Grad für mich noch nicht der Einstiegspunkt in den Weinkauf geworden.

Konsumenten wie ich wollen Orientierung, glaubwürdige Empfehlungen und nicht platte Werbesprüche. Unabhängige Weinblogs und Plattformen wie 13 Grad können dabei helfen. Und da sind wir bei einem Angebot, dass mir noch weitgehend fehlt: (hoffentlich) unabhängige Besprechungen und Bewertungen von Weinbloggern in verständlicher Sprache. Gerade haben wir es eines Abends im Urlaub am Tisch diskutiert. Einer der Gäste bemerkte, dass er sehr dankbar für entsprechende Weintipps wäre. Er sagte, er wäre auch bereit dafür zu zahlen.

Und da sind wir natürlich bei einem Knackpunkt: Gibt es dafür eine Markt? Kann ein Blogger – oder wie auch immer wir es nennen – von solchen Besprechungen leben (oder zumindest ein Zubrot verdienen)? Erwartet der Leser und Kunde den Content for free nach dem Netzprinzip? Ooops, diese Diskussion haben wir doch gerade auch an anderer Stelle außerhalb der Weinszene. Und natürlich passt auch der von mir kommentierte Beitrag Werbung in Weinblogs vom von mir hoch geschätzten Michael Liebert dazu.

Man kann die Idee natürlich weiterspinnen und das Prinzip des Degustierservices, wie es zum Beispiel Delinat anbietet, fort entwickeln. Warum stellt nicht der oder die Weinblogger – und nicht der Onlienhändler – ein Probierpaket zusammen, das die Leser dann bestellen können. Und für jede Bestellung bekommt der Blogger einen gewissen Obulus, entweder vom Onlinehändler oder vom Endkunden, der bestellt. Mein Freund Leen und ich werde diese Idee einmal weiter diskutieren, aber das führt jetzt hier zu weit.

Noch eine generelle, positive Vorbemerkung. Die Abwicklung aller Bezugsquellen war immer absolut stressfrei, die Lieferung (bis auf 1-2 Ausnahme) prompt und die Abrechnung korrekt. Hier gab es (bisher) nur gute Erfahrungen. Das ist ja auch schon mal was.

Und hier zum Abschluss des Artikels meine erste Bewertung und Besprechung:

Ronaldi.de

Ronaldi war lange Zeit meine bevorzugte Bezugsquelle vor allem für italienischen und auch deutschen Wein. Das lag vor allem an den exzellenten und verständlichen Weinbesprechungen des von mir schon erwähnten Michael Liebert, der interessante Weine zu einem nach meinem Verständnis fairen Preis vorstellte. Leider haben sich Liebert und Ronaldi entzweit und so haben meine Bestellungen bei Ronaldi derzeit etwas nachgelassen.

ronaldi

Die Webpräsenz von Ronaldi ist wenig spektakulär und reißerisch, genau wie die E-Mail Newsletter. Genau da haben wir die Krux. Ronaldi überzeugte mich durch Empfehlungsmarketing via Blog von Michael Liebert, nicht über die Ronaldi-Marketingmaschine. Ich werde aber treuer Kunde bleiben, denn Ronaldi hat einfach einige exzellente Tropfen, die zu meinem Lieblingsweinen geworden sind wie Commendator Enrico 2007, Lergenmüller Sauvignon Blanc Trocken 2011Nicola Bergaglio Gavi di Gavi Minaia 2010, Medici Ermete Lambrusco Reggiano Secco Assolo 2011 und, und, und …

Anbieter Ronaldi
Produktauswahl Exzellente Auswahl deutscher und italienischer Weine
Online-Auftritt Spartanisch, Verbesserungspotential
Marketingansatz Spartanisch, Verbesserungspotential
Empfehlungsmarketing Arbeiteten mit externem Weinblogger; jetzt wohl inaktiv
Bewertung des Marketingansatzes
(Sterne 1 ausreichend bis 5 sehr gut)
★★
Bewertung des Weinangebots
(Sterne 1 ausreichend bis 5 sehr gut)
★★★★★

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