Schlagwörter

, , , ,


Ein lesenswerter Beitrag von Martin Weigert. Er beschreibt am Beispiel des Traumtors von Zlatan Ibrahimovic im Länderspiel Schweden-England, warum das Netz heute traditionellen Medien oft überlegen ist. Es ist schneller, interaktiver und transparenter als gewohnte Kanäle, auch wenn einige sogenannte Medienexperten und Journalisten das nicht wahrhaben wollen. Statt auf den Zug aufzuspringen und die Vorteile des Netzes mit denen der traditionellen Medien zu kombinieren und zu adaptieren, versuchen sie Besitzstände zu verteidigen, die schon längst nicht mehr zu verteidigen sind. Und dann wundert es sie, wenn sie Leser, Hörer und Zuschauer verloren:

Wieder einmal wird deutlich, wie das Internet den traditionellen Medien in entscheidenden Punkten überlegen ist: Es liefert Mediennutzern gewünschte Inhalte, wann und wie oft sie wollen – mal gratis und durch Werbung finanziert, mal kostenpflichtig. Die künstliche oder technisch-bedingte Verknappung des Angebots, wie man sie aus TV, Rundfunk und Print kennt, löst sich im Web in Luft auf. Blendet man für eine Sekunde alte Wertevorstellungen und die in der digitalen Ära nicht mehr zeitgemäßen juristischen Rahmenbedingungen rund um das Urheberrecht aus, so dürften nur erzkonservative Urheberechts-Hardliner der Ansicht sein, das Bildmaterial von Ibrahimovics Fallrückzieher-Tor einige Stunden nach dem Spiel nicht uneingeschränkt der Allgemeinheit zugänglich zu machen, sei eine angemessene Haltung.

Diese wahrgenommene Überlegenheit stellt den einzig wahren Grund dar, warum die Tageszeitung ihre Leser, das TV-Nachrichtenprogramm seine Zuschauer und eines Tages auch der Dudelfunk seine Zuhörer verlieren wird – und warum es jeweils ein leistungsfähigeres, aktuelles, besser die Bedürfnisse der Anwender und Konsumenten bedienendes Online-Pendant geben wird. Selbst wenn es sich stark von seinen Vorgängern unterscheidet.
Erst wenn alle Vertreter der traditionellen Medien einsehen, dass trotz aller Harmoniebedürfnisse und Bequemlichkeit des Status Quo die Medien der Zukunft radikal anders aussehen und funktionieren werden als die der Vergangenheit, ist ein Dialog zwischen den verhärteten Fronten von Bewahrern und progressiven Innovatoren möglich. …

via Die entscheidende Ursache für den Medienwandel: Das Internet ist überlegen » netzwertig.com.

Siehe dazu auch meine Anmerkung zur Insolvenz der FR.

Advertisements