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Lange Jahre haben wir unser Standardrepertoire an Weinen getrunken: Die Roten aus der Toskana von Manfred Beiwinkel (Empfehlung von meinem Freund Ludger), die Pfälzer Weine von Ernst Weisbrodt (die wir über unsere Freunde Angela und Jochen kennengelernt haben), die spanischen Weine unseres Freundes Rafael Gonzalez (Mann unserer Freundin Julia) und Weine aus dem Weinkontor, der lange Zeit eine Niederlassung in Eberstadt hatte. Seit einigen Monaten beschäftige ich mich etwas intensiver mit Wein und probiere das ein oder andere Tröpfchen.

Als jemand, der im Netz aktiv unterwegs ist, habe ich mich online umgetan. Natürlich bin ich auf die üblichen Onlineshops gestossen, von Hawesko bis Brogsitter. Und ich habe den ein oder anderen Weinblog entdeckt und bin darüber an Onlineshops wie Ronaldi gekommen. Über Michael Seelbachs Newsletter wurde ich auf ebrosia aufmerksam geworden und habe dort unterdessen den ein oder anderen Tropfen bestellt. Darunter sind beispielweise zwei Probierpakete von Bordeaux (Schatzkiste Bordeaux und Weingenuss von kleinen Châteaux) . Bisher bin ich von keinem der darin enthaltenen Weine wirklich beeindruckt. Alles Durchschnitt. Wenn man dagegen die Beschreibung liest, sind es absolut delikate Wunderweine, der perfekte Einstieg in französische Bordeaux.

Jetzt habe ich eine Bestellung mit italienischem Prosecco, einen australischen Shiraz, einen südafrikanischen Pinotage und einen österreichischen Julius Hafner ANDRA 2009. Letzeren haben wir gestern Abend zum Pfeffersteak aufgezogen. Durchaus trinkbar, auch wenn ich bisher gewisse Vorurteile gegenüber Össi-Weinen hatte. Im Nachhinein geht mir aber die überschwengiche Beschreibung auf ebrosia deutlich über das Ziel hinaus. Diese rosarote Lobhudelei auf den Onlineshops nervt mich unterdessen nur gewaltig. Das hat nur noch wenig mit Empfehlung oder Beratung zu tun, auch wenn sich mancher Sommelier den Heiligenschein unabhängiger Beratung aufsetzen. Alle Weine sind auf diesen Webseiten immer nur toll.

Quo vadis? Mir fehlt ein unabhängiges Bewertungsportal. Plattformen wie 13Grad sind noch nicht so weit, vielleicht auf dem Weg dahin. Blogs wie den von Michael Liebert habe ich bereits behandelt. Davon gibt es viel zu wenige. Ich stehe auf Empfehlungen, auf glaubwürdige, authentische Personen, die sich mit einem Thema auskennen, kompetent und dialogfähig sind. Die platten Werbe- und Marketingsprüche gehen mir nur noch auf die Nerven (und das, wo ich selbst im Marketing bin). Vor Jahren haben mir Freunde, meine Weinquellen empfohlen und ich habe dabei nur sehr gute Erfahrungen gemacht. Den Freunden werde ich weiter vertrauen. Im sozialen Zeitalter sollten aber auch im „Wein-Business“ die Mechanismen des Web 2.0 hinzukommen: Empfehlungsmarketing und Communities statt E-Mail Newsletter, Hochglanzwerbesprüche und dauernder Sonderangebote. Schauen wir mal, wie sich die Onlineweinwelt entwickelt.

Und natürlich bin ich für Empfehlungen dankbar, wo man denn gute, inhaltlich gehaltvolle Tipps bekommen kann.

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