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In seinem Newsletter hat es Ronaldi gestern hinausposaunt: “Herr Michael Liebert wird nicht mehr für uns arbeiten, Stillschweigen ist vereinbart. Unser neuer Sommelier steht bereit, die Weinbeschreibungen werden in Zukunft inkognito erstellt…” Meine Preis-Genuss-Bewertungen im Ronaldi-Shop sind bereits gelöscht! Dafür sind die alten, noch von mir verfassten Weinbeschreibungen, auch wieder mit meinem Namen unterschrieben.

Schade. Ich bin vor einigen Monaten auf Michael Liebert und seinen Blog gestossen. Über sein Weintipps bin ich dann bei Ronaldi gelandet und habe unterdessen dort die ein oder andere Flasche bestellt. Ich kenne keinerlei Hintergründe der Trennung, weiß aber, daß die Bewertungen von Michael Liebert meine Geschmacksnerven fast immer getroffen haben. Ich habe dadurch den ein oder anderen Wein entdeckt, der in unser Standardrepertoire eingegangen ist.

So auch der Commendator Enrico, den Michael Liebert in seinem Posting erwähnt. Witzigerweise habe ich gerade gestern Abend wieder eine Flasche davon aufgezogen. Und auch hier 100 % Zustimmung. Ein kräftiger, aber nicht zu schwerer Rotwein, der sehr lecker ist und ein hervorragendes Preis-/Genussverhältnis bietet.

Na, mal schaun, wo Michael Liebert wieder auftaucht. Er hatte im Gegensatz zu vielen Anderen mein Vertrauen gewonnen, da er meinen Geschmack und mein Preisgefüge getroffen hat. In vielen der Online-Weinshops – von Brogsitter über Belivini bis ebrosia – bin ich von den Besprechungen der Sommeliers nur zu oft enttäuscht. Hier wird meist gelobhudelt, um zu verkaufen, statt zu beraten. Jeder Wein ist toll. Die dortigen Sommeliers haben deshab trotz oder wegen aller Wortgewalt mein Vertrauen bisher nicht gewinnen können. Und von „Inkognito“-Bewertungen wie sie Ronaldi ankündigt halte ich auch nichts. Gerade in den heutigen Zeiten des Social Web sollten Personen hinter den Bewertungen stehen. Inkognito ist out, Gesichter und Charaktere sind in. Michael Liebert ist für mich ein solches Gesicht. Und ich bin sicher, er wird der Weinwelt nicht verloren gehen.

Vielleicht werde ich mich künftig mehr auf Bewertungsportaln wie 13Grad umtun, um neue Weine zu entdecken. Mal schaun. Es gibt noch viele gute Tropfen zu verkosten.

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