Schlagwörter


Hier bei uns im Ort, dass gilt auch für die Nachbarortschaften, gibt es jede Menge Weine die weniger als fünf Euro kosten. … Die meisten dieser Weine sind absolut in Ordnung, gut, manchmal sogar sehr gut. … Ein Teil dieser Weine, manchmal sogar der wesentlich grössere, wird aber nicht in Flaschen gefüllt und ab Hof verkauft, sondern wird lose, im Fass an grosse Kellereien verkauft. Dieser Wein landet dann in der Fläche – also im LEH oder Discounter – und kostet im Regal deutlich unter fünf Euro. Es ist der gleiche Wein, der auf die gleiche ordentliche Weise hergestellt wurde und für den es einen ordentlichen Fassweinpreis gab. Trinkt Herr oder Frau XYZ den Wein auf dem Hoffest des Winzers X, dann ist alles in Ordnung. Sieht Herr oder Frau XYZ den deutschen Wein im Regal für 2,99, dann ist das Teufelszeug. …

Bekommt ein Winzer für seinen Flaschenwein hingegen Höchstpreise, sagen wir einmal 100 Euro pro Flasche, ist das natürlich sofort ungerechtfertigt, ein lächerlicher PR-Gag und selbstverständlich auch in in keiner Relation zur Qualität… Auch das ist totaler Quatsch! Selbstverständlich ist kein Wein der Welt 100 Euro wert. Aber es gibt Menschen, die diesen Wein wertschätzen und eben deswegen bereit sind einen solchen Preis zu bezahlen. …

Und natürlich gibt es auch eine Welt zwischen diesen beiden Extremen. Und dazu gehören alle diese wunderbaren Weine mit einem fantastischen Preis-Leistungsverhältnis. Alle diese Geheimtipps, Neuentdeckungen und meinetwegen auch die Schnäppchen – einfach alle. Genau das ist es ja, was die deutsche Weinlandschaft so faszinierend und spannend macht.

ABER: Alles gehört zusammen. Den einen gibt es nicht ohne den anderen. …

Nebenbei bemerkt: Wein ist kein Schweinefleisch, Antibotika-Hühnchen oder eine Billig-Textilie aus einem Schwellenland. Wein aus Deutschland wird “korrekt” hergestellt…

Zur abschliessenden Bemerkung von Dirk Würtz: Hoffen wir es …

Lesenswerter Beitrag. Sicher geht es auch beim Wein oft um Schein und nicht den ganz persönlichen Geschmack. Trotzdem schüttele ich besonders bei den Exzessen nach oben (siehe zum Bleistift Bordeaux) mein Haupt. Wertschätzung hin, Wertschätzung her, da stehe ich auf guten Wein zum reellen Preis. Auf der anderen Seite kann ich mich mit Aldi- und Supermarktwein nicht so recht anfreunden, auch wenn es lobenswerte Ausnahmen (beispielsweise den Edeka-Markt in Ingolstadt, der eine große und interessante Weinauswahl hat) gibt. Aber danke für die Aufklärung, wie der Wein manchmal wo landet.

Advertisements