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Ohne Trendsorten, Barriques, ohne Konzentrator und High-tech im Keller, lässt sich – so die Überzeugung vieler Genossenschaften (aber auch Winzern) – keine „guter“ (lies verkaufbarer) Wein machen. Selbst das „Bio-Label“ und all die weintechnischen Extravaganzen (wie Vergraben von Amphoren, Beschallung mit Musik, Lagern in Stollen etc.) dienen mehr dem Marketing, als der Verbesserung der Weine.

… Heute aber ist dies kaum mehr möglich. Es gibt zwar (auch unter den Spitzenweinen) gute und bessere Weine, doch dies hat mit Terroir, Authentizität, Lage und Weinbaukunst wenig zu tun, viel mehr mit Labortechnik, Analyse und Einschätzung des gerade am besten vermarktbaren Weinstils.

Was im Bordelais (und andern renommierten Weingebieten) funktioniert, hat sich über die fast ganze Weinwelt ausgebreitet. Selbst China macht wunderbare Weine à la bordelaise, globalsprachlich ausgedrückt gute „Bordeaux-Blends“. Dazu gehören: Konzentrator, Eichenfass, die Rebsorten Cabernet Sauvignon und Merlot, der Rest wird dann als Ausdruck des Stils oder des Terroirs „verkauft“.

via wein-plus.eu

Weit entfernt davon ein Weinkenner zu sein, trinke ich gerne ein gutes und preislich im Rahmen bleibendes Tröpfchen. Bei Carsten Sebastian Henn – dem Autor der Ahr-Weinkrimis – habe ich dann als Laie erstmals von Konzentratoren gelesen. Tja, manche Illusion vom Handwerk geht dahin und dieser Beitrag ist für mich ein weiterer Augenöffner. Wein ist en vogue, die industrielle Vermarktung und Produktion schreitet voran. Und nein, ich werde mich trotzdem nicht davon abhalten lassen, weiter Wein zu trinken – und nicht nur den von persönlich bekannten Winzern aus der Gegend.

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