Die Fohlen: Jenseits aller Diskussionen eine sehr gute Saison

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Die Saison ist seit einer Woche zu Ende. Platz 4 für meine Fohlen. Hätte man mir das vor der Saison gesagt, hätte ich den Daumen nach oben gereckt. Und – um es klar zu sagen – auch jetzt bin ich von der Leistung beeindruckt. Erneut eine herausragende Platzierung für Gladbach, auch wenn …

Was ist in dieser Saison alles passiert. Lucien Favre schmeisst nach einer vollkommen unerwarteten Niederlagenserie selbst hin. Wer hätte damit vor der Saison gerechnet, dass Favre nicht mehr Cheftrainer bei Gladbach sein würde. Ja, die intimen Kenner, die eh besser informiert sind und alles wissen, kannten den Perfektionisten und Exzentriker. Ich auf jeden Fall habe mit so etwas nicht gerechnet. Dann übernimmt der zumindest mir unbekannte André Schubert, gewinnt in Serie und bekommt deshalb einen Vertrag als Cheftrainer bis 2017.

Nach den Siegen dann ein Auf und Ab mit Auswärtsniederlagen und Heimsiegen, beides in Serie. Das Team lässt gerade auswärts enorm viele Punkte liegen, enntäuscht beispielsweise bei der Niederlage beim Tabellenletzten in Hannover, haut aber dann alles wieder durch die Heimstärke raus. Besonders wegen der Auswärtsschwäche bleibt Trainer André Schubert umstritten. Gerüchte (oder Tatsachen) um angebliche Kommunikations- und Führungsmängel kursieren latent und andere Trainer werden in Gladbach behandelt, obwohl die Punkteausbeute von Schubert beeindruckend ist und die Mannschaft den 4. Platz – und damit die Champions League-Qualifikation – holt.

Der Name Markus Weinzierl wird rund um den Borussia-Park gehandelt und ich gebe zu: Auch ich habe meine Zweifel bezüglich Schubert. Doch Max Eberl steht zu dem Trainer und eigentlich ist das nicht überraschend. Wer die Trainerpolitik von Eberl in den letzten Jahren verfolgt hat, konnte immer eine hohe Loyalität des Managers zu seinen Trainern verfolgen. Wer denkt noch daran, wie Max Eberl Michael Frontzeck, der zuvor eine gute Saison mit den Gladbachern hingelegt und in manchen Medien schon als neuer Weisweiler gehandelt  wurde, sehr lange die Treue hielt, bevor er dann im Anfang 2011 Lucien Favre verpflichtete. Auch Lucien Favre schien trotz der Niederlagen nicht zur Disposition zu stehen, bevor der selbst ging. Also im Prinzip logisch, dass Eberl an Schubert festhält.

Es war ein Jahr, wo wieder Leistungsträger – diesmal Christoph Kramer und Max Kruse – ersetzt werden mussten, was auch durch Mo Dahoud and Lars Stindl gelang. Es war eine Saison, wo wichtige Spieler wie Toni Jantschke, Martin Stranzl, Alvaro Dominguez, André Hahn oder Patrick Herrmann lange ausfielen, Das stellte und stellt insbesondere eine Herausforderung in der Innenverteidigung und Defensive dar.

Auf der anderen Seite überzeugten gerade neue junge Spieler wie Andreas Christensen, Nico Elvedi, aber auch der routinierte Neuzugang Lars Stindl. Im Mittelfeld schaffte Mo Dahoud den Durchbruch und wurde sogar für die EM gehandelt. Ein Leistungsabfall gegen Ende der Saison sei verziehen. Andé Hahn war dann sicher als Torjäger und Mentaliätsschwein der Star der letzten Spieltage, als er Tore in Serie schoss. Das Potential in der Offensive ist neben Raffael mit Patrick Herrmann, Ibrahim Traoré, Thorgan Harzard und Jonas Hofmann überaus breit und überzeugend.

Nun wird es wieder zu einem Umbruch kommen müssen. Martin Stranzl hört auf, Roel Brouwers geht zum Ausklang seiner Karriere nach Kerkrade und Harvard Nordveidt sucht erneut die Bewährungsprobe auf der Insel. Der Abgang von Granit Xhaka scheint nur noch eine Frage der Zeit. Angesichts der kursierenden Ablösesumme kann Eberl nicht nein sagen.

Das bedeutet aber, dass gerade im Defensivbereich und auf der Sechs adäquater Ersatz gefunden werden muss. Die Balance zwischen Offensive und Defensive schien in der Saison eh etwas unausgewogen. Es gilt also, die vermeintlichen Transfermillionen weise gerade für defensiv starke Spieler zu investieren. Ich habe hier Vertrauen in Max Eberl, dessen Transferpolitik bis auf wenige Ausnahmen überaus überzeugend ist. Nur mit Stoßstürmern scheint Eberl kein Glück zu haben – siehe de Jong oder jetzt Drmic – oder aber diese passten oder passen nicht in das Spielsystem von Favre bzw. jetzt Schubert.

Kompliment an Schubert für die vergangene Saison und viel Gück für die Runde 2016/2017. Danke an Max Eberl für seine kontinuierliche und zuverlässige Arbeit. Da kann sich mancher Chaosclub ein Beispiel nehmen. Natürlich darf auch die restlichehe Führung der Borussia nicht vergessen werden, die den Verein auf wirtschaftlich grundsolide Füsse gestellt hat.

Ich hoffe als nur, dass in Gladbach kein Xhaka-Effekt – à la De Bruijne in Wolfsburg – eintritt und man in ein Leistungsloch fällt. Zwar war ich nie ein hundertprozentiger Freund von Xhaka – seine Unbeherrschtheiten konnte ich nie akzeptieren -, jedoch war er für die Balance, die Defensive und den Spielaufbau extrem wichtig. Es bleibt in der kommenden Saison spannend. Jetzt verfolgen wir erst einmal die Transfers, ob und zu welchem Preis Xhaka geht, wer noch zu Angeboten auf der Insel nicht Nein sagen kann und will und wen die Borussia holt. Die Raute bleibt im Herzen.

Und es ist auch Demut angesagt. Vor 5 Jahren waren die Fohlen in der Relegation. Hannover war mit Slomka ganz vorne. Stuttgart … HSV … the never ending Schalke Story. Also auf dem Boden bleiben, denn auch ich habe gezittert:

Vor 5 Jahren haben mir Lars Basche und Jörg Allmann beim Relegationsspiel gegen Bochum die Hand gehalten. Danke dafür. Auch Ihr musstet ja unterdessen leiden.

Vor 5 Jahren haben mir Lars Basche und Jörg Allmann beim Relegationsspiel gegen Bochum die Hand gehalten. Danke dafür. Auch Ihr musstet ja unterdessen leiden.

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