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Gestern haben wir mit Freunden die Weinmanufaktur Montana in Bensheim-Auerbach besucht. Auf der Home Page wird der Anspruch des Hauses charakterisiert:

„Die Weinmanufaktur Montana beabsichtigt, Wein, Essen, Architektur und Kultur in einem harmonischen Gleichklang anzubieten“, so Initiator und Geschäftsführer Wilfried Trepels.

Unser neu geschaffenes Gebäude bildet den Mittelpunkt bei der Herstellung exzellenter Weine mit modernster Technik. Die fruchtig-frischen Weine mit angenehmer Säure lassen ihre regionale Herkunft deutlich erkennen.

Einheimische und Gäste, die gehobenes Essen und Trinken in gepflegter Atmosphäre schätzen, sollen im angegliederten Restaurant empfangen und verwöhnt werden.

via Über uns | Weinmanufaktur Montana: Vinothek, Restaurant, Veranstaltungen.

Die Manufaktur liegt mitten im Industriegebiet und man zögert erst einmal, wenn man rein fährt. Dort soll eine Winzerei und ein gutes Restaurant sein? Ist es aber dann doch. Ein in moderner Architektur designtes Gebäude empfängt den Besucher, chic und modern eingerichtet. Das Gebäude beherbergt – für Besucher sichtbar – das Restaurant, eine Vinothek und auch einen Seminarraum. Die “Weinproduktion” ist abends natürlich unsichtbar.

Die Karte ist übersichtlich und interessant, jedoch waren wir an dem Abend leicht enntäuscht. Sowohl der Kürbis – Ingwer Suppe wie auch dem Steinbutt gratiniert mit Wasabi-Erdnüssen fehlte etwas der Pfiff, die Schärfe und Würze. Der Hirschrücken auf Dornfelder schmeckte überraschend “unwildig”. Man gibt sich Mühe, die Bedienung ist freundlich, die Einrichtung für mich sehr ansprechend, aber das Essen wurde zumindest am gestrigen Abend nicht den auch selbst gestellten, höheren Ansprüchen und dem aufgerufenen Preis gerecht. Nicht falsch verstehen: Es war sicher nicht schlecht, aber auch nicht bemerkenswert gut.

Überzeugen konnten die verkosteten Tropfen der Weinmanufaktur. Der natürlich trockene Riesling mundete unserer Freundin. Meine Frau war vom Auxerrois durchaus begeistert, eine Rebensorte, über die ich noch nicht wissentlich gestolpert war. Hier die Beschreibung von der Webseite der Weinmanufaktur:

Die weiße Rebsorte Auxerrois ist eng verwandt mit dem Grauen und dem Weißen Burgunder. Sie stammt ursprünglich aus dem Auxerre, einer Region im nördlichen Burgund, daher die Namensgebung. In Deutschland sind von den gesamten 102 000 ha Rebfläche nur knapp 200 ha mit dieser Sorte bepflanzt. Im Aroma zeichnet sich Auxerrois häufig durch etwas filigranere Fruchtnoten aus, zum Teil präsentiert er sich saftiger als beispielsweise Weißburgunder. Bei unserem 2009 Auxerrois QbA trocken ist besonders die angenehm niedrige Säure von nur 4,3g/l hervorzuheben – dadurch bietet dieser Wein auch für Menschen mit empfindlichem Magen Genußfreude. Das an frische grüne äpfel und Wiesenkräuter erinnernde Bukett und die Aromatik von knackigen Früchten machen diesen Auxerrois zum perfekten Begleiter für frühlingsfrische Speisen, zartfleischige Fischgerichte oder gedämpftes Gemüse.

via Rebsorten: Auxerrois | Weinmanufaktur Montana: Vinothek, Restaurant, Veranstaltungen.

Unser Freund probierte den im Barrqiue ausgebauten Chardonnay, dem ich dann zum Abschluss auch noch eine Chance gab: ein wuchtiger, deutlich nach dem Holzfass schmeckender Chardonnay, wie ich ihn in diesem Geschmack in Deutschland noch nicht erlebt habe, sicherlich nicht jedermanns Fall, erinnert durchaus in der Wucht und Fülle an seinen australischen Schwestern. Gerne hätte ich noch den “normalen” im Stahltank ausgebauten Chardonnay vergleichsweise probiert. Dazu ist es dann aber nicht mehr gekommen.

Ich habe den Rivaner zur Kürbis – Ingwer Suppe getrunken, der in seiner Fruchtigkeit mit leichtem Muskatgeschmack gut dazu gepasst hat. Zum Hirschrücken auf Dornfelder gab es, welche Überraschung, den im Barrique gereiften Dornfelder, eigentlich nicht meine bevorzugte Rebsorte, aber hier die logische Wahl. Und er konnte in seiner Tiefe durchaus überzeugen, vielleicht mit ein bisschen zu viel Holz. Vergessen habe ich, dass wir als Aperitif den hauseigenen Rosé-Sekt genossen haben, sehr trinkbar.

Überrascht war ich schon, wie viele verschiedene Weine und Rebsorten man anbietet, aber die gebotene Qualität überzeugte. Deshalb werde ich die Vinothek auf jeden Fall in nächster Zeit einmal besuchen und das ein oder andere Fläschchen auf Lager legen, um den ersten Eindruck zu überprüfen. Die Weissweine liegen zwischen € 7,50 und € 12,50, Rotwein zwischen € 9 und € 15, der Sekt maximal € 14. Endlich dann einmal Bergsträsser Wein im Keller. Die Weinmanufaktur wurde übrigens im 2012 Eichelmann wie auch dem Gault Millau Wineguide Deutschland aufgenommen. Das Restaurant werden wir wohl so bald nicht wieder besuchen. Es hat uns trotz aller Mühe bei dem Preis nicht überzeugt.

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