Novemberausflug zum Weingut Raddeck nach Nierstein

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Heute sind wir zum Weingut Raddeck nach Nierstein gefahren. Deren Rote Hang-Riesling Edition 2Hügel gehören seit einem Jahr zu unseren absoluten Favoriten. Im Sommer 2013 haben uns Freude bei strahlendem Sonnenschein zum Weingut geführt. Darauf haben wir heute – auch aufgrund der Wettervorhersage – gehofft. Es wurde dann aber neblig, aber der Spaziergang bis zur Ruine Landskron war dann doch sehr besonders, idyllisch, geprägt durch den November-Nebel. Es war eine besondere Atmosphäre.

Bei den Raddecks haben wir dann die 2013er Weine probiert. Die Rieslinge waren wieder unsere Favoriten und der Edition 2Hügel, der 2013 Riesling »S« HEILIGENBAUM und der 2012er Riesling „S“ ORBEL sind dann auch im Kofferraum gelandet. Mit den Rotweinen kämpfen wir ein wenig, aber das liegt neben der Zunge und Nase meiner Frau auch am Vergleich deutscher mit italienischen, französischen oder spanischen Rotweinen, die unseren Gaumen geprägt haben.

Es war aber auch ein sehr schöner Nachmittag, weil uns Seniorchef Raddeck in den Weinkeller. Ich habe bewusst “Weinkeller” geschrieben, denn das ist nicht mehr der Weinkeller, wie man ihn von früher kannte: das verschimmelte, feuchte Kellergewölbe, in dem Fässer vor sich hin blubberten. Nein, die Raddecks haben auf den Hängen von Nierstein eine moderne Manufaktur gebaut und das alte Gebäude im Ortskern aufgegeben.

Die Führung war im positiven Sinne ein Augenöffner, dass auch Winzer kundenorientiert mit modernsten Methoden arbeiten müssen. Die Raddecks tun das – und dabei ökologisch konsequent. Es wird mit modernsten Methoden gekeltert, produziert und vertrieben (ohne in Marketingspeech zu verfallen). Der Senior brachte sehr gut, teilweise in rheinhessischem “Gebabbel” (angedeutet, und nicht dominant) “rüber”, warum man diesen Weg eingeschlagen hat. Er hat gezeigt, wie moderne Produktion und handwerkliches Können im Weinberg zusammen gehören, um erfolgreich zu sein.

Als Marketier habe ich natürlich die Stirn gerunzelt, als er bemerkte, dass man kein Geld in Marketing stecke. Überzeugt hat mich dann, dass man konsequent kundenorientiert an über 4.000 Kunden vermarkte. Junior und Senior brechen am morgigen Montag beispielsweise nach Augsburg auf, um dort mit dem Transporter Tausende von der Spedition dorthin gelieferte Flaschen persönlich an ihre Kunden zu liefern, mit genauer Kenntnis, wann man bei welchem Kunden vorbeischauen kann. Das ist Kundennähe jenseits der Discounter und des Online-Handels (den ich ja selbst intensiv nutze). Der größte Teil der Raddeck’schen Weine wird wohl so im Direktvertrieb verkauft.

Uns hat die Modernität des ziemlich neuen Raddeck’schen Weinguts (8 Jahre alt, vor 5 Jahren bezogen) immer etwas verschreckt, da wir natürlich doch der Winzerromatik der verwinkelten Stadt-/Dorfzentren, der Fachwerkgebäude und schimmligen Gewölbekeller nach hingen/hängen. Die spontane Führung von Raddeck hat uns mehr Vertrauen und Sympathie für die Raddecks gegeben. Die Weine sind eh gut.

Blick auf das Weingut im Novembernebel.

Blick auf das Weingut im Novembernebel.

Die Burgsruine Landskron.

Die Burgsruine Landskron.

Herbststimmung in den Weinbergen.

Herbststimmung in den Weinbergen.

Kein altes Kellergewölbe mehr, aber sehr guter Wein:  Der moderne Keller bei den Raddecks.

Kein altes Kellergewölbe mehr, aber sehr guter Wein: Der moderne Keller bei den Raddecks.

Und als Hoffnung auf den Sommer: Der Blick von den Raddecks Richtung Nord-Ost im Sommer 2013.

Und als Hoffnung auf den Sommer: Der Blick von den Raddecks Richtung Nord-Ost im Sommer 2013.

 

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